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Der ProzessDie wissenschaftliche Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Astronomie wird 1616 durch ein kirchliches Verbot gestoppt. Nikolaus Kopernikus Buch über die Bewegung der Erde um die Sonne wird verboten. Des Weiteren werden alle Bücher, die dasselbe lehren, ebenfalls verboten. Diese Verbote bringen Galilei in einen schweren Konflikt. Seine Beobachtungen sind für ihn eindeutig: Die Erde dreht sich um die Sonne! Aber als Christ muss er sich nach der Lehre der Bibel richten. Im Februar 1616 wurde Galilei in den Palast des Kardinals Roberto Bellarmin gerufen und noch einmal darauf hingewiesen, dass die Aussage des Kopernikus verboten ist. Galileis Schweigen (1616 bis 1624)Da Galilei versprochen hat die kopernikanische Lehre nicht mehr zu verteidigen, beschäftigt er sich mit anderen Themen (z.B. militärische Fragen). Eine seiner neusten Erfindung wird für die Seefahrt von großer Bedeutung sein. Mit seiner Rechenmaschine kann man aus der Stellung der Jupitermonde den geographischen Standpunkt bestimmen. Eigentlich hätte Galilei lieber ein Buch über das neu Weltmodell geschrieben, doch das ist im Moment zu gefährlich. 1623 wird Kardinal Barberini zum neuen Papst Urban VIII. gewählt. Er ist aus einer Florentiner Patrizier Familie. Da er gebildet ist und Galileis Beschreibung über die Sonnenflecken gelesen hat, glaubt Galilei in ihm einen Befürworter zu finden. Papst Urban VIII. bittet Galilei im Frühjahr 1624 um einen Besuch in Rom. In sechs Audienzen hebt er das Verbot, welches die Lehren von Kopernikus verbietet, zwar nicht auf, er deutet dem Wissenschaftler jedoch an, dass noch Spielräume vorhanden sind. Des weiteren gibt er Galilei ein Empfehlungsschreiben an den Großherzog der Toskana. Im Sommer kehrt Galilei nach Florenz zurück und entschließt sich sein Lebenswerk zu verfassen. Galileis Buch „Der Dialog" (1624 bis 1632)Galilei beginnt ein Buch über die Weltsysteme zu schreiben. Seine eigenen Ansichten lässt er von der Person Salviati erklären. Ein Laie namens Sagredo fragt interessiert nach den Einzelheiten. Als dritte Person ist ein gewisser Simplicio in den Dialog eingebaut. Der Name bedeutet soviel wie Einfaltspinsel. Dieser verteidigt das geozentrische Weltbild, jedoch mit schwachen Argumenten. 1630 stellt Galilei sein Buch fertig. Die Zensoren in Rom studieren den Text und machen einige Anmerkungen. Sie machen Galilei klar, dass er das kopernikanische Weltsystem nur als Denkmodell schildern darf. Galilei verspricht entsprechende Änderungen vorzunehmen. In Florenz bricht schließlich die Pest aus. Die Stadt wird unter Quarantäne gestellt. Das bedeutet, dass er im Moment keine weitere Romreise antreten kann. Von örtlichen Zensoren eine Druckerlaubnis zu bekommen, wird von einer Zustimmung Roms abhängig gemacht. Nachdem die Korrekturen aus Rom eintreffen, kann er im Februar 1632 sein erstes gebundenes Werk entgegennehmen. Da die ersten tausend Exemplare schnell verkauft sind, trifft ihn ein Druckverbot aus dem Vatikan überraschend. Eine Kommission ist bereits mit der Untersuchung des Falls beschäftigt. Sie wirft ihm vor, dass sich Galilei nicht an die vorgegebene hypothetische Schreibweise gehalten hat. Nachdem der Fall der Inquisition übergeben wurde, wird Galilei nach Rom vorgeladen. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes, tritt er im Januar 1633 seine Romreise an.
Die Inquisition (12. bis 16 Juni 1633)Wegen der Pestgefahr musste er zunächst in einer Quarantänestation bleiben. Zwei Monate später, am 12. April, beginnt das erste Verhör. Galilei wird über sein Gespräch mit Kardinal Bellarmin befragt, das er 1616 geführt hatte. Er erklärt, dass ihm der Kardinal zugesichert hat, dass das kopernikanische System hypothetisch diskutiert werden darf. Er hat auch ein Zeugnis dabei, das seine Erklärung bestätigt. In dem Zeugnis heißt es, dass Galilei das kopernikanische System nicht verteidigen, aber seine Gedanken der Öffentlichkeit mitteilen darf. In dem Protokoll der Anklage heißt es jedoch, dass er diese Lehre in keiner Weise behaupten, lehren, oder verteidigen darf. Galileis Buch wäre nach dieser Schrift ein klarer Verstoß. Durch seinen schlechten Gesundheitszustand und die Besuche der Inquisitoren, gesteht Galilei ein, dass er die Kopernikanische Lehre aus eitlem Ehrgeiz zu stark vertreten hat. „Ich habe also einen Irrtum begangen, und zwar, wie ich bekenne, aus eitlem Ehrgeiz, reiner Unwissenheit und Unachtsamkeit." Des weiteren fragt Galilei, ob er sein Buch noch einmal überarbeiten darf. Er ist der Meinung, dass er mit der Überarbeitung das heliozentrische Weltbild widerlegen könne. Bei seiner Verteidigung vor der Inquisition kommt er wieder auf seinen Dialog zu sprechen und entschuldigt sich für seine Anmaßungen gegenüber dem geozentrischen Weltbild. In dem Abschlussbericht berufen sich die Inquisitoren jedoch auf jenes fragwürdige Protokoll. Durch sein Geständnis wiegt sich Galilei in Sicherheit und glaubt an die Einstellung des Verfahrens. Unter Vorsitz des Papstes wird folgende Entscheidung gefällt: Galileo Galilei soll verhört werden, wenn es nötig wird und er nicht abschwört, auch mit den Methoden der Folter. Des weiteren darf Galilei nichts über das Weltbild in Schrift oder sonstiger Weise verfassen und sein Buch wird auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Das Urteil (22. Juni 1633)Bei der Urteilsverkündigung muss er vor den Kardinälen knien. Er weiß, will er nicht der Ketzerei verurteilt werden, muss er seinen Irrtum zugeben und widerrufen. Er spricht den Text nach, den die Inquisition für ihn vorbereitet hat, und geht dabei voll auf die Forderung der Kirche ein. Quelle: History 00/002
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