Die Sonnenflecken

1610 begann Galilei sich den Sonnenflecken zu widmen. Die Flecken warfen viele Probleme auf, im Januar 1612 verfasste Pater Christoph Scheiner in Deutschland die "Briefe über die Sonnenflecken" (das Bild oben zeigt einen Stich Scheiners, wie er sich die Sonne damals vorstellte), mit dem er versuchte, die Sonnenflecken zu erklären ohne dem ptolemäischen Weltbild zu widersprechen. Währenddessen hatte Galilei noch nichts darüber veröffentlicht. Nach zahlreichen Briefen antwortete Galilei schließlich im März 1613 mit seinem Buch "Geschichte und Demonstration bezüglich der Sonnenflecken", in dem er Scheiner widersprach und zeigte, dass die Flecken schmaler werden, wenn sie sich dem Rand der Sonne nähern. Galilei vermutete deshalb, die Flecken auf der Sonne seien Wolken, dass sie zum Rand schmaler werden, liege daran, dass man sie von der Seite sieht. Außerdem drehe sich die Sonne um sich selbst, worauf Scheiner mit in italienisch publizierten Argumenten antwortete, die einen Angriff auf Galilei auslösten, der gefährlicher als alle vorhergehenden war.
Heute wissen wir, dass die Sonnenflecken keine Wolken auf der Sonne sind, sondern weniger heiße Zonen auf der Sonnenoberfläche.
Stich aus: C. Scheiner, De Maculis Solaribus, 1612. Paris, Bibl. de l'Observatoire. |